Studienfahrt der Q2 nach Krakau
Studienfahrt der Q2 nach Krakau
Krakau-Fahrt: 06.01. - Früh morgens, um 5:45 Uhr, haben wir uns in Kürten getroffen und um 6 Uhr ging es dann los. Gegen Abend, nach einer langen Fahrt von ungefähr 15 Stunden, sind wir, eine kleine Gruppe von 28 Personen (inklusive Frau Koch und Herrn Hinze-Neumann, die als „Schüler“ eingesprungen sind), im Hotel MEININGER in Krakau angekommen und haben erstmal die Zimmer bezogen. Dann ging es nochmal los in die Altstadt. Dort konnten wir etwas essen und uns die Stadt anschauen. Zusammen haben wir uns in einer Kneipe getroffen und das ein oder andere Getränk genossen.
07.01. - Morgens um 10 Uhr ging es los zur Stadtführung durch Krakau, genauer gesagt durch das historische jüdische Viertel Kazimierz und das jüdische Ghetto. Dort haben wir unter anderem die Remuh-Synagoge besichtigt und uns den dazugehörigen Friedhof angeschaut. Auch einige Orte aus Szenen des Filmes „Schindlers Liste“, den wir auf der Busfahrt geschaut haben, konnten wir wiedererkennen. Wir waren sozusagen Steven Spielberg und auch der wirklich geschehenen Geschichte auf der Spur. In der Mittagszeit war etwas Zeit für ein kleines Mittagessen. Im Anschluss daran ging es in das jüdische Museum Galizien. Vor Ort hatten wir ein Zeitzeugengespräch mit Monika Goldwasser. Sie selber, so sagt sie, habe eine schöne Kindheit und ein glückliches Leben geführt. Sie war noch sehr klein, als ihre leiblichen Eltern deportiert wurden. Ihre Mutter hatte jedoch statt ihrem kleinen Baby eine Puppe auf ihren Armen getragen, wodurch die kleine Monika versteckt werden konnte. Die mittlerweile 83 Jährige wurde somit durch den Mut ihrer leiblichen Mutter und durch einige Ordensschwestern gerettet und konnte mit liebevollen Pflegeeltern aufwachsen. Ihre Pflegemutter erzählte ihr erst, als sie im Sterben lag, alles über ihre leiblichen Eltern, was sie wusste. Lange Zeit hielt Frau Goldwasser ihre jüdische Identität geheim, doch als sie durch Journalisten auf ihre einzig leibliche Verwandte traf, entschied sie sich dazu, ihre Geschichte nicht länger zu verbergen. Ihrer Tante war es gelungen, vor den Deportationen zu fliehen und so fand sie einen Teil ihrer Familie wieder. Frau Goldwasser reiste viel und suchte an vielen Orten nach Dokumenten und Beweisen. Zuletzt konnten ihre Pflegeeltern durch ihre Arbeit und einen Antrag zu den „Gerechten unter den Völkern“ ausgezeichnet werden und auch sie erhielt das Bundesverdienstkreuz. Nach dem sehr bewegenden Austausch und vielen interessanten Infos hatten wir Schüler Freizeit, um die Stadt zu erkunden, Shoppen zu gehen, etwas zu essen oder gemeinsam Zeit zu verbringen.
08.01.- Nach dem Frühstück mussten alle einkaufen gehen, um sich für die lange Rückfahrt mit Proviant einzudecken. Daraufhin haben wir uns alle auf den Weg zu der Fabrik von Oskar Schindler gemacht, durch die wir auch eine Führung hatten. Dort lernten wir einiges über die Auswirkungen des Nationalsozialismus auf die Krakauer Bevölkerung. Zudem erfuhren wir, wie Schindler während des Holocaust über 1.200 jüdische Zwangsarbeiter rettete. Im Anschluss hatten wir wieder Zeit, um etwas zu essen, bevor wir gemeinsam die Burg Wawel erkundeten. Danach konnten wir unseren letzten Abend frei gestalten, ob in einer Cocktailbar oder beim Karaoke.
09.01. - An dem letzten Tag ging es für alle etwas früher aus dem gemütlichen Bett, denn es stand der Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau auf dem Plan. Mit dem Zug ging es direkt nach dem Packen und dem Frühstück los. Dort angekommen wurden wir erst durch die Hauptanlage von Auschwitz geführt, haben einige Original-Exponate gesehen und im Anschluss ging es mit einem Shuttle-Bus nach Birkenau, wo wir auch über einen Teil des Lagers geführt wurden. Da haben wir uns beispielsweise originale Steinbaracken angeschaut. Es war wirklich sehr beeindruckend zu sehen, wie groß all das wirklich war und wie viele Menschen dort ihr Leben gelassen haben. Wie unsere Reiseführerin gesagt hat, war es eine „fabrikähnliche Arbeit zur Vernichtung der Menschen“. Wir waren alle sehr bewegt, da diese Besichtigung verdeutlicht hat, wie viel Leid es damals gab und wie das Leben der Häftlinge dort wirklich ausgesehen hat. Zuletzt wurde uns ans Herz gelegt, dass es wichtig ist an diese Zeit zu denken, damit es nie wieder passiert.
Abschließend können wir Schüler auf jeden Fall erstmal Danke sagen, dass unsere Lehrkräfte diese Fahrt ermöglicht haben. Es war eine sehr spannende Fahrt und einige Schüler waren vermutlich noch nie so aufmerksam bei einem Museumsbesuch ;)
Danke an die Organisation und für die schönen gemeinsamen Stunden.
Ein Bericht von Madlen Heimes




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