Vortrag über CRISPR-CAS9 und Stammzellenforschung an der GSK

Prof. Dr. Kreß (copyright R. Stieber, Karlsruhe)
Vortrag über CRISPR-CAS9 und Stammzellenforschung für die Oberstufe

Am Dienstag, den 4. Februar 2020, hielt Prof. Dr. Kreß von der Uni Bonn in der Aula der GSK einen Vortrag über die Themen Stammzellenforschung, Keimbahneingriffe bei menschlichem Erbgut und die Erzeugung von Mensch-Tier-Mischwesen und zeigte die ethischen Fragen dazu auf.

In dem 2-stündigen Vortrag redete Prof. Dr. Kreß über 6 verschiedene Themenbereiche, die von Eingriffen in das menschliche Erbgut über Mensch-Tier-Mischwesen bis hin zu Xenotransplantationen und Genomeditierung reichten.

Zunächst erläuterte er die aktuellen Fortschritte in der Biotechnologie, etwa die Möglichkeiten von CRISPR-CAS9, einer Genschere, mit deren Hilfe das Erbgut von Pflanzen, Tieren und Menschen beliebig und präzise verändert werden kann. Dadurch eröffnen sich zwar Wege zur Bekämpfung von Erbkrankheiten, allerdings wirft die Methode auch ethische Fragen auf, da Veränderungen über Generationen vererbt werden. Dieser Bruch ethischer Standards wurde bereits 2018 von einem chinesischen Wissenschaftler begannen, indem er das Erbgut von Zwillingen vor der Geburt verändert hatte, um sie gegen Aids immun zu machen, während die gesundheitlichen Folgen unklar sind.

Das nächste Thema war die Xenotransplantation. Dabei werden mithilfe von Tieren menschliche Organe hergestellt, um sie Menschen, die ein Spenderorgan benötigen, zu transplantieren. Dafür werden den Tieren menschliches Erbgut bzw. menschliche Stammzellen eingesetzt, was dazu führt, dass die Tiere menschliche Organe wie z.B. Nieren bilden, die dann entnommen und einem Patienten eingesetzt werden können. Zwar könnte man mit dieser Technik dem Mangel an Spenderorganen entgegenwirken, allerdings wird an dieser Methode noch geforscht. Außerdem kommen ethische Fragen auf, z.B. ob die Persönlichkeit bei diesen sog. Chimären (Mischung aus Mensch und Tier) durch das menschliche Erbgut verändert wird. Das würde die klare Trennung zwischen Menschen und Tieren infrage stellen, da das Gehirn der Tiere durch das menschliche Erbgut beeinflusst werden könnte.

Zum Schluss zog Prof. Dr. Kreß ein ethisches Resümee über diese Methoden und Forschungen, was etwa das Menschenbild und die Orientierung am Schutz der menschlichen Gesundheit angeht und führte dafür u. a. ein Zitat an: „Fehlschläge mechanischer Konstruktion verschrotten wir. Sollen wir dasselbe mit den Fehlschlägen biologischer Rekonstruktion tun?“ [Hans Jonas: Technik, Medizin und Ethik, 1985]

Abschließend widmete sich Prof. Dr. Kreß den Fragen der Schülerinnen und Schüler.

Bericht von Fabian Fast

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