Poetry Slam - Liebeslyrik einmal anders (Deutsch 11)


Die Stufe 11 hat sich in diesem Halbjahr im Deutschunterricht mit dem Thema „Poetry Slam“ beschäftigt und als Themenabschluss eigene Texte zum Thema „Liebe“ geschrieben. Diese wurden dann zum Teil auf Video aufgenommen oder live den anderen Kursmitgliedern vorgetragen.

„Poetry Slam“ (auf Deutsch: Dichterwettstreit)  ist eine Form der Lyrik, die in den letzten Jahren besonders im Jugendbereich stark zugenommen hat. Hierbei werden bei Vortragswettbewerben selbst geschriebene Texte vor einem Publikum innerhalb einer bestimmten Zeit vorgetragen. Fans treffen sich zu sogenannten „Slam Battles“, bei denen die beste Performance und der beste Text gewinnen. Hier sind zwei Stücke aus unserem Kurs zu begutachten:


Leben - Mara-Lena Müller


Was ist Leben? Ich lebe, du lebst

Ich sitze im Klassenzimmer in der Ecke,
kann nichts verstehen
aber ich lebe, du lebst

Auf einer Bühne im Theater,
ich hab den Text vergessen,
aber ich lebe, du lebst

In einem Kaufhaus zu viel ausgegeben,
kein Geld mehr,
aber ich lebe, du lebst

Beim Bewerbungsgespräch
meine Unterlagen nicht dabei,
aber ich lebe, du lebst

Von dem Arbeitgeber gefeuert,
ist egal,
aber ich lebe, du lebst

und dann kamst du im Sauseschritt
schritt, schritt, schritt, schritt, schritt
Tritt !

Läufst mir hinterher wie ein Hund,
interessiert mich nicht,
aber ich lebe, du lebst

hab dich im Café gesehen,
mit ner anderen,
aber ich lebe, du lebst

Wir wollten es zusammen versuchen,
hat nicht geklappt,
aber ich lebe, du lebst

und dann gingst du im Sauseschritt
schritt, schritt, schritt, schritt, schritt
Tritt!

Hast dein lockiges Haar abgeschnitten,
beim Friseur,
aber ich lebe, du lebst

In deinem Gesicht hast du Falten,
Lösung Botox,
aber ich lebe, du lebst

streng genommen bist du zu klein für mich,
hohe Schuhe bringen nix,
aber ich lebe, du lebst

dein verlogenes Lächeln hab ich nie gemocht,
du hast es immer noch,
aber ich lebe, du lebst

ich kann mich sehen im Sonnenlicht,
strahlend,
mein Leben

Du kannst dich sehen im Schatten,
dunkel,
dein Leben

aber ich lebe, du lebst nicht


Grenzen der Liebe - Sidney Engelberth


Du dich von mir entfernt und mich verlassen
Ich längst begonnen dich zu hassen
Du bekamst mich am Herz zu fassen
Hast es mir grob entrissen
Mit all deinen linken Tricks darauf geschissen
Grenzenlos und unvernünftig, dich noch zu vermissen
Geschworen war mir deine Treue
Nun bleibt  mir nicht einmal deine Reue

Liebe zu dir war der Grund über Grenzen zu gehen
Die Meinung der anderen, wie einen Lufthauch zu verwehen
Liebe zu dir war deine Lippe, die die meine berührte
Die die meine so zart verführte
Liebe zu dir war so ein tiefes Vertrauen
Wie blind konnte ich meine begrenzte Zeit darauf bauen
Liebe war die Zeit sich bei dir nicht zu beeilen
Die Zeit, die du mir gabst, den Moment zu  verweilen
Liebe zu dir brauchte nie viel, auch nur ein Wort
Doch ohne Warnung warst du fort

Es ist nicht die Zeit für dich,
Nicht die für mich
Und vor allem nicht die für uns
- nicht die richtige

Die Unterschiede der Welten,
Der Körper,
Des Geistes,
Des Kusses
-zu groß

In einer anderen Welt, zu einer anderen Zeit, wären wir wohl die, die man die wahre Liebe nennt.

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