5 Fragen an Sebastian Weirauch (AFD)

Sebastian Weirauch (AFD)


1. Angela Merkels "Wir schaffen das" hinsichtlich der Zuwanderung wird in der Bevölkerung mittlerweile teilweise kritisch gesehen. Wie gehen Sie mit den Themen Asylpolitik und Zuwanderung um, wenn Sie Teil der Regierung sind? Was wollen Sie ändern, was wollen Sie beibehalten?
Jugoslawien, die Ukraine, Nordirland, Palästina oder Ruanda sind wenige Beispiele dafür, dass es zwischen Religionen, Ethnien oder Machtinteressen Spannungen gibt, die sich mitunter in verheerenden Gewaltexzessen entladen. Es ist vermessen anzunehmen, dass in Deutschland, dass in Europa diese gesellschaftlichen Mechanismen nicht wirken würden. Insofern war die Grenzöffnung 2015 nicht das Produkt verantwortungsvollen Handelns, sondern es war eine Gefährdung in vielfacher Hinsicht. Nicht nur, dass die deutsche Gesellschaft erheblichen ethnischen und religiösen Konflikten ausgesetzt war und zukünftig sein wird, die einseitige und letztlich illegale weil grundgesetzwidrige Entscheidung durch Frau Merkel hat verständlicher Weise auch massiv zur Desolidarisierung der europäischen Staaten geführt. Letztlich nutzt es auch nicht den Ursprungsländern, da dort keine Verbesserung der Probleme eintritt. Einige der Probleme entstehen durch destabilisierende Einflüsse weniger Nato-Verbündeter. Hier muss nach alternativen Handlungsformen gesucht und diese auch eingefordert werden. Letztlich müssen aber auch die Ursprungsländer dahingehend in die Pflicht genommen werden, dass sie ihre Kräfte auf eine wirtschaftlich und gesellschaftlich nachhaltige Entwicklung auszurichten. Die jüngsten Entwicklungen in der Türkei zeigen, dass die europäischen Maßnahmen sich nicht in dieser Weise auswirken. Das alles kann nur auf Bundesebene durchgeführt werden. Im Land müssen wir dafür sorgen, dass Asyl wieder für politisch Verfolgten gewährt wird und nicht als Mittel dient, eine multikulturelle Gesellschaft zu etablieren, die nicht nur in ihren theoretischen Grundlagen falsch ist, sondern dass sich diese Fehler in der Realität zu Gewalt und Unfrieden führt, was die letzten Jahre deutlich gezeigt haben.

2. Viele Hörsäle in NRW sind überfüllt, mit welchen Mitteln kann die Lehre verbessert werden? Sind Studiengebühren ein Weg dazu?
Während viele junge Menschen über ein Studium in die Arbeitslosigkeit oder jahrelange Praktikantentätigkeit gelangen, wird im Handwerk oder der Industrie händeringend nach Mitarbeitern gesucht. Derzeit gibt es ein großes Ungleichgewicht, was auf der einen Seite die Anzahl der Ausgebildeten in den verschiedenen Berufszweigen angeht und auf der anderen Seite den dazugehörigen gesellschaftlichen Bedarf. Die Jugendlichen sollten vielmehr die Chance bekommen, ihre Neigungen, Talente und Fähigkeiten in allen Bereichen des Berufslebens umzusetzen und nicht einseitig auf ein Studium gelenkt werden. Allerdings müssen auch die gesellschaftlichen Wertschätzungen dieser Berufe stark erhöht werden, denn letztlich kann ein Betrieb sowie auch eine Gesellschaft nur dann funktionieren, wenn alle ihre Mitglieder ihre Aufgaben wahrnehmen, und das muss entsprechend gewürdigt werden.

3. Im Fokus der Bildungspolitik stehen Vor- und Nachteile von G8 und G9, manchmal hat man den Eindruck, niemand will sich festlegen, welches System nun das Richtige sei. Wie stehen Sie dazu?Die große Unterstützung der Initiative für eine Rückkehr zu G9 zeigt, dass es mit G8 erhebliche Probleme gibt. Das mag an einer schlecht vorbereiteten Einführung oder deren Umsetzung gelegen haben. Auch gibt es sicherlich talentierte Schüler, für die das Lernpensum in 8 Jahren ohne Probleme zu schaffen ist. Diesen Schülern sollte auch in Zukunft die Möglichkeit einer verkürzten Lernzeit erhalten bleiben. Letztlich hat sich aber gezeigt, dass eine Regelschulzeit von 9 Jahren für die meisten Schüler sinnvoll ist und daher auch vorgesehen werden soll. Wichtiger ist aber, dass Ausfallzeit reduziert und die Effizienz des Wissenstransfers stärker berücksichtigt wird.

4. Kleinere Klassen, Lehrer-Doppelbesetzung, unter diesen und weiteren Vorzeichen stand die Einführung der Inklusion. In den Schulen sieht die Realität leider oft anders aus. Ein toller Ansatz, nicht ausreichend von der Politik durchdacht?
Wir Menschen lernen am besten und haben die meisten positiven Rückmeldungen, wenn wir in Gruppen mit relativ ähnlichen Fähigkeitsbereichen arbeiten. Dieses Prinzip wird durch die Inklusion vernachlässigt. Sie hat zwar das gesellschaftlich positive Ziel, Kinder mit allen körperlichen und geistigen Talenten zusammen zu führen, damit keiner ausgegrenzt wird und die gegenseitige Akzeptanz zur Normalität wird. Das behindert und belastet oft aber die Lernsituation und führt auf beiden Seiten zu einer Reduzierung der Erfolgserlebnisse. Es ist daher sinnvoll Schulstrukturen anzubieten, in denen Menschen ähnlicher Begabung miteinander lernen können. Das gilt von der Förderschule bis zum Gymnasium.

5. In ländlichen Regionen ist die Mobilität ein viel diskutiertes Thema, nicht nur unter den Jugendlichen. Wie schaffen Sie es, möglichst vielen Menschen, z.B. Schüler/innen, Pendlern und Rentnern, bestmögliche Mobilität zu ermöglichen?
Falls möglich, ist eine Reduzierung der durchschnittlich zurückzulegenden Strecke zur Schule bzw. zur Arbeit anzustreben. Es ist gesellschaftlich mitunter schwer zu verstehen, dass Menschen für die gleiche Schule bzw. Tätigkeit sehr weit fahren müssen, obwohl ähnliche Angebote in der Nähe existieren. Durch eine bessere Zuordnung kann die Fahrleistung und damit der Gesamtverkehr reduziert werden, wenngleich das eine sehr langfristige Maßnahme ist. Kurzfristig biete meines Erachtens eine Kombination aus Erhöhung der Taktzahlen im öffentlichen Verkehr und einer wesentlich besseren Verknüpfung zwischen den bestehenden Linien eine gute Möglichkeit die Mobilität abseits des Individualverkehrs zu verbessern. Letzteres sollte meines Erachtens nicht durch starre Fahrpläne und Haltestellen erfolgen, sondern sich nach dem aktuellen und individuellen Bedarf richten. Eine intelligente Verknüpfung des aktuellen Bedarfs mit den zur Verfügung stehenden Transportmöglichkeiten kann zu einer erheblichen Verbesserung beitragen. 

Bild: http://in-gl.de/2016/11/11/afd-waehlt-kandidaten-fuer-landtags-und-bundestagswahl/

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